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Implementierung eines Qualitätsmanagement-Systems
Das Sankt Josef-Hospital Xanten führt ein Projekt zur
Umsetzung eines „umfassenden Qualitätsmanagements“
durch. Es orientiert sich an dem Zertifizierungsverfahren
nach proCum Cert/KTQ.
proCum Cert ist eine Institution der nachfolgend genannten
großen Trägerverbände:
- Deutscher Caritasverband
- Katholischer Krankenhausverband
Deutschlands
- Ecclesia
- Diakonisches Werk
- Deutscher Evangelischer Krankenhausverband
KTQ steht für Transparenz und Qualität im Krankenhaus
und setzt sich aus den Vertragspartnern der Krankenkassenverbände,
der Bundesärztekammer und der Deutschen Krankenhausgesellschaft
zusammen. Integriert sind die Arbeitsgemeinschaften der wissenschaftlich
medizinischen Fachgesellschaften und der Deutsche Pflegerat.
proCum Cert/KTQ beschreibt medizinische und pflegerische Qualitätskriterien
auf Bundesebene. proCum Cert hat darüber hinaus Qualitätskriterien
zu Themen erarbeitet, die kirchliche Krankenhäuser in
besonderem Maße prägen und ihr Profil stärken.
Dazu gehören Trägerverantwortung, Sozialkompetenz
im Umgang mit Patienten und Mitarbeitern, Spiritualität
sowie Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.
Die Sankt Josef-Hospital Xanten GmbH hat sich zum Ziel gesetzt,
weiterhin den Patienten, Mitarbeitern und Vertragspartnern
eine stetig steigende Qualität anzubieten, welche sich
nicht den im Gesundheitswesen ständig ändernden
Bedingungen beugt, sondern sich im Sinne der ihr anvertrauten
Menschen weiterentwickelt: „Der Weg ist das Ziel“.
Anfang 2003 hat die Geschäftsführung der Trägergesellschaft
entschieden, die Sozialwerke der Katharinenschwestern nach
proCum Cert/KTQ zertifizieren zu lassen. Zunächst war
es notwendig, ein Qualitätsmanagement-System einzuführen.
Die Geschäftsführung bestellte einen Qualitätsmanagementbeauftragten,
der die Funktion eines Projektleiters hat und direkt der Geschäftsführung
unterstellt ist. Diese Funktion wird idealerweise mit einer
Fachkraft aus dem pflegerischen Dienst oder alternativ aus
dem ärztlichen Dienst bestellt.
Zur Unterstützung der internen Projektleitung während
der Implementierungsphase wurde ein externer Projektleiter
(Unternehmensberater) hinzugezogen. Der Projektleitung ist
als oberstes Gremium des Qualitätsmanagements der Lenkungsausschuss
übergeordnet. Der Lenkungsausschuss besteht aus dem um
die Projektleitung erweiterten Hausvorstand.
Dieser hat ausschließlich genehmigenden Charakter. Er
beschließt anstehende Entwicklungsabschnitte und genehmigt
abgeschlossene Projekte. Die Projektleitung stellt dem Lenkungsausschuss
den Projektverlauf vor, bereitet Entscheidungen vor und präsentiert
den weiteren Ablauf. Sie koordiniert und organisiert den gesamten
Ablauf im Qualitätsmanagement. Ihr unterstellt ist das
Qualitätsmanagement-Team. Dieses Team besteht aus 7 Mitarbeitern
der verschiedensten Fach- und Berufsbereiche (Ärzte,
Pflege, Verwaltung, Technik, Funktionsdienst).
Die Mitglieder des QM-Teams werden als Mentoren bezeichnet,
da ihnen jeweils von der Projektleitung eine Gruppe von Mitarbeitern
zugeordnet wird, um einen bestimmten Projektauftrag zu bearbeiten.
Dieser wird in den regelmäßig stattfindenden Mentorensitzungen
besprochen. Die Gruppen bestehen aus Mitarbeitern, welche
in ihrem Berufsbereich mit diesem Thema befasst sind.
Die Entwicklung der derzeitigen Projekte endet in der Erstellung
von Verfahrensanweisungen. Eine Verfahrensanweisung hat Dienstanweisungscharakter
und einen bestimmten Geltungsbereich. Sie verfolgt einen bestimmten
Zweck, benennt die verantwortlichen Personen, beschreibt festgelegte
Regelungen und legt die mitgeltenden Unterlagen fest.
Eine Verfahrensanweisung ist ein wichtiges Instrument zur
Sicherstellung der Qualität und macht die Ablauforganisation
transparent.
Bis Ende 2004 werden 79 Verfahrensanweisungen erarbeitet,
welche in klinische und unterstützende Prozesse gegliedert
sind. Die erstellten Verfahrensanweisungen werden in einem
Qualitätshandbuch katalogisiert, welches in jeder Abteilung
ausliegt. Dieses Qualitätshandbuch enthält Grundsätze
zum Qualitätsmanagementsystem, die Beschreibungen der
klinischen, unterstützenden und klinikübergreifenden
Prozesse, Behandlungspfade, Standards und Leitlinien.
Im Frühjahr 2004 wird mit einer Selbstbewertung nach
den Kriterien von proCum Cert / KTQ begonnen. Diese Kriterien
sind in einem Anforderungskatalog in Form von Fragen dargestellt.
Diese Fragen werden systematisch erarbeitet, um Verbesserungspotentiale
zu erkennen. Hieraus entstehen Projekte, um die erkannten
Schwachstellen zu optimieren. Dafür werden Befragungen,
Interviews und Begehungen einzelner Bereiche durchgeführt.
Es sind Stärken und Schwächen aufzuzeigen, um notwendige
Handlungsfelder erkennen zu können. Die Projektgruppen
zeigen Verbesserungsmöglichkeiten auf, welche zu dokumentieren
und umzusetzen sind.
Die Umsetzung erfolgt im PDCA-Zyklus (Plan Do Check Act –
zu Deutsch: Planen, Durchführen, Kontrollieren und Reagieren).
Nach der Erfassung eines Optimierungsbedarfs wird das Verbesserungspotential
aufgezeigt und eine Umsetzungsmöglichkeit beschrieben
(Ist-Soll Analyse). Nach der Durchführung einer Testphase
werden eventuelle Probleme reflektiert und neue Maßnahmen
festgelegt. So entsteht ein Kreislauf der ständigen Verbesserung.
Wie wird ein Projekt durchgeführt?
Die Projektleitung und das Qualitätsmanagement-Team legen
ein Thema für eine Arbeitsgruppe in Form eines Projektauftrages
fest!
Die Arbeitsgruppe erarbeitet in einem überschaubaren
Rahmen dieses Projekt (P)!
Nach der Zustimmung der Projektleitung und der entsprechenden
Leitungen geht „das Erarbeitete“ in die Testphase
(D)!In der Folgezeit werden die Ergebnisse regelmäßig
überprüft (C) und gegebenenfalls verändert
oder nachgebessert (A). Nach dieser Optimierungsphase wird
das Ergebnis dem Lenkungsausschuss zur Genehmigung vorgelegt.
Dieser Gesamtprozess wird als PDCA- Zyklus bezeichnet und
wird unsere Planungen und Veränderungsprozesse in Zukunft
bestimmen!
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